Kanzler-Linie, Berlin

Die „Kanzler-Linie“: Umstritten aber gelungen

Die so genannte Kanzler-Linie ist der aktuellste Neubau der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Und damit unterschied sich das Projekt erheblich von denen, die wir sonst mit der BVG umgesetzt haben. Liegt der Planung anderer Bahnhöfe vor allem eine Ortbesichtigung zugrunde, hatten wir hier nur die Baupläne, um Anzahl, Art und Standort der Hinweisschilder zu definieren und damit ein erfolgreiches Wegeleitkonzept zu entwickeln.

Bahnhöfe mit bekannten Namen wie "Bundestag", "Brandenburger Tor" und "Hauptbahnhof" machen klar, dass hier nicht nur die Berliner selbst die Bahnhöfe nutzen. Es sind vor allem die Besucher der Stadt, die Ihr Ziel leicht finden sollen, auch wenn sie sich nicht auskennen – eine besondere Herausforderung.

Von 2005 bis 2009 haben wir an diesem Projekt gearbeitet. Vor allem bedingt durch die außergewöhnlichen architektonischen Konzepte und die speziellen Charakteristika eines Neubauvorhabens war ein besonders enges Zusammenspiel  mit den Architekturbüros bei der gemeinsamen Entwicklung der Wegeleitsysteme angezeigt. Von den frühen Phasen an wurden unsere Vorstellungen in den Bauplanungsprozess integriert.

An dieser Stelle seien einige Besonderheiten der Informationsleitsysteme und unserer Tätigkeit auf diesen Bahnhöfen genannt:

  • Wir haben die Gestalt unserer Fahrgasthinweise an die Großzügigkeit und Weitläufigkeit der Räume angepasst.
  • Exklusive Materialien und aufwendige Konstruktionen kamen für unsere Informationsträger zum Einsatz. So wurden z. B. die Hintergleisbänder des Bahnhofs "Brandenburger Tor" aus Messingbuchstaben auf Muschelkalk gestaltet. Info- und Leitbänder auf den Bahnsteigen haben wir für spezielle an die jeweilige architektonische Gestaltung angepasste Standrahmen und Hängekonstruktionen modifiziert. Vorhallenschilder haben wir z. T. bündig in Natursteinwände eingepasst.
  • Die  U55 ist sicher die kürzeste U-Bahnstrecke der Welt. Sie wird jedoch mit dem Neubau von weiteren U-Bahnhöfen in Berlins Mitte an die Endstation der Linie U5 am Alexanderplatz angebunden. Wir haben die zunächst für die drei U55-Bahnhöfe gestalteten Linienübersichten mit dem Streckenverlauf der U5 kombiniert und geben so einen Ausblick in die Zukunft.
  • Der ehemalige S-Bahnhof „Unter den Linden“ hat Denkmal-Status. Er wurde mit dem U-Bahnhof „Brandenburger Tor“ zur S- Und U-Bahn-Station „Brandenburger Tor“ zusammengelegt. In diesem Zusammenhang haben wir für alle Zugänge von S- und U-Bahn einen Schriftzug nach historischem Vorbild aber mit dem neuen Stationsnamen konstruiert.
  • Um in den neuen Bahnhöfen die Sicherheit und zügige Evakuierung der Fahrgäste im Brandfall zu gewährleisten, haben wir Bodennahe Informations- und Leitsysteme (Fluchtweg-Kennzeichnung) konzipiert.
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